Mittag in Blaibach

Das Konzerthaus in Blaibach wurde 2014 eröffnet und ist ein Projekt im Rahmen des 2010 gestarteten bayerischen Modellvorhabens „Ort schafft Mitte“ – wie der Name schon andeutet, soll damit eine Ortsmitte gestärkt werden, wo Defizite bestehen. Bleibt die Frage, ob das hier wirklich gelungen ist…

Ich radelte an einem Samstagmittag im Juni dorthin, außer mir schlenderten noch drei weitere Touristen um den Bau, machten Fotos, waren nach ein paar Minuten wieder verschwunden. Ein Trecker tuckerte vorbei. Zwei Menschen im offenen Cabrio rauschten Richtung Schlossgaststätte. Noch ein Trecker. Dann plätscherte nur noch der Brunnen. Schön still war es, und es ist sicher ein kleines Erlebnis, wenn man vor diesem großen Kubus steht, der aussieht, als hätte ein Riese hier sein Spielzeug in die Erde gerammt. Ein kleiner Moment der Verwirrung auch, wenn man bei der Ansicht von hinten glaubt, dort wäre eine Tür… nein, der Eingang befindet sich ja vorne auf dem öden Platz – graue Pflasterung, graue Poller, ein grauer, rechteckiger Betonbrunnen, eine große Kiesfläche – der Eingang befindet sich in diesem Betonspalt rechts von der Spiegelfläche, quasi eine Geheimtür, denn auch sie scheint aus Beton zu sein, man sieht sie kaum.

Der erste Schritt dieses Städtebau-Modellprojekts in Blaibach war der Umbau und die Erweiterung des benachbarten Gebäudes, das jetzt „Bürgerhaus“ heißt. Auch hier überwiegt von außen der Eindruck eines betonierten Rohbaus.

In der Anpreisung des Blaibacher Konzerthauses plus Bürgerhaus fallen häufig die Wörter „puristisch“, „monolithisch“ – ja, so kann man das nennen. Aber ist das ein Prädikat: puristisch und monolithisch? Mir erscheint das Ganze lebensfeindlich und unschön. Leider ist dies nicht das einzige Beispiel derartiger unangenehmer, wuchtiger und meist grauer Architektur,  siehe das „Bayerische Museum“, das man an den Rand der Regensburger Altstadt geklotzt hat.   Von innen konnte ich mir in Blaibach keinen Eindruck verschaffen, da geschlossen. Es soll schön sein und der Raum soll eine gute Akustik haben.

Vielleicht mögen die Blaibacher ja ihren Kubus, weil er ihnen  Leute in den kleinen Ort bringt?

„Mein ganzes Lebensziel ist die Einfach­heit.“ Alf Lechner

Bei schönstem April-Wetter ein Besuch im Skulpturenpark in Obereichstätt : die monumentalen Skulpturen fügen sich eindrucksvoll in das terrassenförmig angelegte Fels- und Natur-Ambiente. Alf Lechner erwarb Ende der 1990er Jahre das ehemalige Eisenhüttenwerk und den Steinbruch, restaurierte Wohngebäude und Hallen und schuf hier ein Freiluftmuseum für seine meterhohen und oft tonnenschweren Stahlskulpturen.

„Die Ausstrahlung eines Kunstwerks liegt im Anblick des Gedachten, nicht des Gemachten.“ – Alf Lechner (1925-2017)

 

 

 

 

 

Das Rauschen der Farben

Das Kunstmuseum Ravensburg hätte keinen treffenderen Titel für diese farbgewaltige Ausstellung finden können: 70 Bilder aus der gesamten Schaffenszeit Karl Schmidt-Rottluffs (1984 – 1976), vom Frühwerk der „Brücke“-Zeit bis in die 60er Jahre hinein. Und das Museum selbst, in diesem verschlafenen Städtchen, das unter bleichem Februarhimmel dahindämmerte, ist eine Überraschung: ein Passivhaus! mit Ziegeln eines alten Klosters erbaut! (die Fassade und die antik anmutende Decke im oberen Stockwerk) und es fügt sich so unauffällig in die Umgebung, dass man seine Besonderheit erst beim Verlassen wahrnimmt – klüger nun durch das Gespräch mit der freundlichen Wächterin über die Gemälde.

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Nachtrag zu Frankfurt: was nicht fotografiert wird

In Frankfurt a. M. für 2 Tage auf Museumsbesuch, Touristenfotos gemacht, Handyfotos verschickt, das Sommerwetter dieser letzten Septembertage genossen im Liegestuhl am Main, die Skyline vor Augen.

In Frankfurt war ich zum letzten Mal vor 35 Jahren, damals hielt Christa Wolf die Poetikvorlesungen an der Frankfurter Universität, man übernachtete in der Jugendherberge und die Zeil war einfach nur eine große Einkaufsstraße.

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Matisse – Bonnard. Ein Besuch in Frankfurt a. M.

Das Städelmuseum in Frankfurt hat den Satz  „Es lebe die Malerei!“, den Matisse 1925 auf einer Postkarte an Bonnard schickte, zum Titel dieser schönen Ausstellung gewählt.

Henri Matisse (1869-1954) und Pierre Bonnard (1867-1947), dessen 150. Geburtstag sich morgen, am 3. Oktober, zum 150. Mal jährt, waren ab den 20iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts befreundet, lebten beide in Südfrankreich, besuchten sich häufig und ließen sich vom Werk des jeweils anderen inspirieren.

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Rolling Stones, „NoFilter“, München 12. September 2017

In München war ich nicht selbst dabei, hab aber ein paar schöne Fotos bekommen…

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Rolling Stones, „No Filter“, Hamburg 9. September 2017

Wenn ich bisher noch nie in einem Stones-Konzert war, werd ich keines mehr erleben, wenn nicht jetzt… also pilgerte ich nach Hamburg, nahm meine Stones-Devotionalien mit, arrangierte mich mit dem Hamburger Schietwetter und fieberte dem Event entgegen…

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Mit 59

Skulptur in Arbeit

Im Barberini, April 2017

Zur Eröffnungsausstellung im Museum Barberini in Potsdam, Impressionismus und Klassiker der Moderne – schön, dass es hier wieder ein neues Museum gibt, schön, dass dieses alte Gebäude wieder hergestellt wurde, aber man kann nur hoffen, dass der Andrang abnimmt, denn für diese Besuchermassen ist das Museum nicht ausgelegt. Die Ausstellungsräume sind sehr klein, und die Besucher drängen sich nicht nur im engen Treppenhaus, im Aufzug, in den knapp bemessenen Garderoben…. [fotografieren und veröffentlichen leider nicht möglich] Weiterlesen

Auf dem Weg ins Barberini

Wir hatten uns in der Pension Alter Speicher in Brandenburg einquartiert (sehr zu empfehlen: ein liebevoll restauriertes altes Gebäude mit modernem Flair) und schlenderten am Ankunftstag noch ein bisschen durch die Stadt, da gerieten wir zufällig in eine beeindruckende Ausstellung: der Bildhauer Hans-Ulrich Kittelmann stellte Holzskulpturen in der alten, teilweise restaurierten Kirche St. Johannis aus. Weiterlesen

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