Rolling Stones, „No Filter“, Hamburg 9. September 2017

Wenn ich bisher noch nie in einem Stones-Konzert war, werd ich keines mehr erleben, wenn nicht jetzt… also pilgerte ich nach Hamburg, nahm meine Stones-Devotionalien mit, arrangierte mich mit dem Hamburger Schietwetter und fieberte dem Event entgegen…

Das Bad in der Menge hab ich genossen und es war schön zu sehen, wie die Hamburger Festwiese mit den aufgebauten Tribünen sich langsam füllte. Ohne Ankündigung begann dann die Vorband, Kaleo aus Island, zu spielen (leider gab es nirgends CDs zu kaufen, lediglich Stones-T-Shirts, -Buttons, -Aufkleber), nach kurzer Umbau-Pause ging’s dann los mit „Sympathy for the Devil“.

Da strikte Sicherheitsvorkehrungen herrschten (aber ich weiß nicht, was daran der Sicherheit dient, wenn man keine kleine Digitalkamera mitnehmen darf), waren also nur verwackelte Handy-Fotos möglich – aber man will ja eigentlich auch hören und sehen und nicht an erster Stelle dokumentieren; das Sehen auf den billigen Plätzen war allerdings schwierig. Man sah die vier hochformatigen Leinwände, auf denen ständig die Bilder wechselten, was das Fotografieren unmöglich und das Sehen anstrengend machte. Mit diesem oft farbig umrandeten Format entstand der Eindruck, als würden sie in Schränken spielen.

Für die alten Fans gab es genügend schöne, altbekannte Songs, die Setlist kann man im Internet nachlesen. Die Zugabe „Gimme Shelter“ war ein Highlight mit Sascha Allen und ihrer kraftvollen Stimme.

Die Presse schrieb später, dass die Stones die Festwiese zum Brodeln gebracht hätten, dass die Stimmung so gut war und die Stones so euphorisierend wie immer; was diese einmalige und auf ihre Art geniale Band betrifft ist man glücklich, bei diesem Event überhaupt dabei sein zu können, aber es gibt Mitschnitte von Konzerten, bei denen man merkt, dass der Kontakt zum Publikum wirklich da ist und die Menge begeistert (Havanna!). Ob Journalisten vorne auf den besseren Plätzen das immer so richtig beurteilen können? In Hamburg brodelte es weiter hinten jedenfalls nicht so sehr; vielleicht waren die Alten einfach ein bisschen zu alt zum Jubeln und einfach nur sprachlos angesichts dieser Vitalität und Kraft, die da bei jedem Song rüberkam? Die paar deutschen Brocken, mit denen Mick Jagger es dann noch versuchte, wirkten furchtbar angestrengt, anbiedernd, und sein halbherzig in die Menge gesprochenes „Hummel, Hummel“ blieb ohne Antwort…

Gerade erreicht mich noch ein Foto aus München:

Stones München, 12.09.2017

Nachtrag: Gut essen in Hamburg-Barmbek im T.R.U.D.E.

Das Restaurant T.R.U.D.E. ist auf dem Gelände einer alten Gummifabrik untergebracht. Im Innenhof steht als Industriedenkmal das 380 Tonnen schwere Schneiderad des Elbtunnelbohrers – die Geschichte dieser schönen alten Fabrik könnt ihr auf der T.R.U.D.E.-Internetseite nachlesen.

 

1 Kommentar

  1. Hallo war auch da, die Stimmung war ganz gut. Dass man keine Fotos machen konnte, fand ich unverständlich, alle machten mit ihren Handys Bilder.

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