In Frankfurt a. M. für 2 Tage auf Museumsbesuch, Touristenfotos gemacht, Handyfotos verschickt, das Sommerwetter dieser letzten Septembertage genossen im Liegestuhl am Main, die Skyline vor Augen.

In Frankfurt war ich zum letzten Mal vor 35 Jahren, damals hielt Christa Wolf die Poetikvorlesungen an der Frankfurter Universität, man übernachtete in der Jugendherberge und die Zeil war einfach nur eine große Einkaufsstraße.

Heute sind nicht nur die Geschäfte noch größer, die Ladenöffnungszeiten noch länger, die Hochhäuser noch höher, auch die Menschenmengen, die sich durch die Straßen der Innenstadt bewegen, haben sich verdoppelt, verdreifacht, und: es ist eine unglaubliche Armut ringsum zu sehen. So viele Bettler, so viele Menschen, die scheinbar kein Zuhause haben, keine Arbeit und kein Geld, die den Tag auf Bänken in der Fußgängerzone verbringen. Leute, die ihre Habseligkeiten in beiden Händen mit sich herumtragen und um die sich niemand kümmert. Heruntergekommene Häuser neben den verspiegelten Fassaden der Banken. Mit Brecht möchte man sagen: „Die im Dunkeln sieht man nicht…“, aber wir sehen sie schon, wir schauen nur nicht hin.