Vieles wird einfacher, vieles wird überflüssig

In einen Teppich aus Wasser
sticke ich meine Tage,
meine Götter und meine Krankheiten.
In einen Teppich aus Grün
sticke ich meine roten Leiden,
meine blauen Morgen,
meine gelben Dörfer und Honigbrote.
In einen Teppich aus Erde
sticke ich meine Vergängnis.
Ich sticke meine Nacht hinein
und meinen Hunger,
meine Trauer
und das Kriegsschiff meiner Verzweiflungen,
das hinübergleitet in tausend Gewässer,
in die Gewässer der Unruhe,
in die Gewässer der Unsterblichkeit.Thomas Bernhard

Als ich im Juni 2016 zu Christos Projekt The floating piers im Lago d’Iseo fuhr tauchten in mir die Honigworte aus diesem Gedicht auf: „In einen Teppich aus Wasser“.

 

Der Stoff leuchtete honiggelb in der Sonne; in den Zeitungen war immer von „dahliengelb“ die Rede, doch der Stoff schimmerte in den verschiedenen Goldgelb-Tönen flüssigen Honigs.